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Rosé-Wein bleibt europäisches Qualitätsprodukt

written by H.Konradt
at 10:44 pm
on November 29, 2009
in Essen, Ernährung
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Die Europäische Kommission hatte eine EU-Verordnung angestoßen, die die Kennzeichnung von Wein neu regeln sollte. Besonders betroffen von der Neuregelung wäre die Kennzeichnung von Rosè-Wein. Die Verordnung sollte im September 2009 in Kraft treten, Proteste europäischer Winzer haben die EU-Kommission veranlasst die Verordnung zu ändern, so dass Rosè-Wein nicht davon betroffen ist.

Europäischer Rosé-Wein soll wettbewerbsfähig werden


Bislang gibt es in der Europäischen Union Regelungen, die es verbieten Rosé-Wein aus einem Verschnitt von Rotwein und Weisswein herzustellen. In anderen Ländern ist dieses Verfahren durchaus üblich, vor allem in Nord- und Südamerika wird auf diese Weise sehr preisgünstiger Wein für den Weltmarkt produziert. In Europa hingegen setzt man auf ein traditionelles Verfahren, die so genannte Mazeration, dabei werden in einer direkten Pressung Extrakte gewonnen, indem man Pflanzenteile in Wasser und Alkohol ziehen lässt.

Die unterschiedlichen Herstellungsverfahren haben erhebliche Preisunterschiede zwischen EU-Wein und außereuropäischen Produkten zur Folge. Die Europäische Kommission betrachtet die billigen Preise von Rosé-Wein aus Übersee als Wettbewerbsnachteil für europäische Winzer. Aus diesem Grund hat sie eine grundlegende Weinmarktreform an den Start gebracht mit dem Ziel den europäischen Weinmarkt wettbewerbsfähiger zu gestalten.

Europäischer Rosé-Wein überzeugt durch Qualität


Die Pläne der EU-Kommission trafen in Ländern wie Spanien, Italien und vor allem Frankreich auf wenig Verständnis. Durch den Verschnitt von Rotwein und Weisswein erreicht man ein Verhältnis von 1:4, ähnlich dem traditionell hergestellten Rosé. Aber in Qualität und Geschmack ist dieser nicht vergleichbar mit traditionellem Rosé-Wein. In Europa hat die Herstellung von Rosé-Wein eine lange Tradition auf die die Winzer äußerst Stolz sind und die sich im Preis niederschlägt. Französische Winzer haben in jahrhundertelanger Feinarbeit Verfahren entwickelt, die dem Rosé-Wein zu einem besonders frisch-fruchtigem Bouquet verhelfen. Die Weintrauben werden vor der Reifung abgezogen, wichtig dabei ist den optimalen Zeitpunkt dafür abzupassen. Nur dann erhält hochweriger Rosé-Wein seine hellrote Farbe. Französische Winzer haben diese Form der Herstellung zu einer eigenen Kunst erhoben, bei der sich das Abziehen über mehrere Stunden hinziehen kann.

Trotzdem bereits alle Mitgliedsstaaten der Verordnung zugestimmt hatten wurde das Gesetzgebungsverfahren gestoppt und die Neuregelung für Rosé-Wein aus dem Entwurf gestrichen.


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